Vom Buch zum Film
J.R.R. Tolkien selbst erachtete sein Werk als unverfilmbar. Zu komplex ist seine
Geschichte. Daher verkaufte er die Filmrechte zu einem Spottpreis.
Lange Zeit wagte sich niemand an das Projekt. An eine Realverfilmung war gar
nicht zu denken. In den späten 70ern entstand ein Zeichentrickfilm. 1999 wandte
sich dann ein Regisseur, von welchem es niemand erwartet hatte. Peter Jackson,
der als Hobyfilmer Splatterfilme drehte, schaffte das Unmögliche. Er bannte
Tolkiens Universum auf Film, und setzte dem Schriftsteller somit ein Denkmal.
| Der Herr der Ringe (Zeichentrick) |
Der Herr der Ringe Die Gefährten SEE |
Der Herr der Ringe Die zwei Türme SEE |
Der Herr der Ringe Die Rückkehr des Königs SEE |
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Der Ring wird gezeichnet
1978 drehte Regisseur Ralph Bakshi seine Version von Tolkiens Werken als
Zeichentrickfilm. Der Film umfasst die Geschehnisse der ersten beiden Bände.
Damit es nicht zu lang wurde, komprimierte Bakshi die Hanldung auf die
wichtigsten Ereignisse. Somit wurden manche Charaktere aus den Büchern einfach
weg gelassen.
Um Zeit und Geld zu sparen drehte Bakshi den Film teilweise im
Rotoskopie-Verfahren. Hierbei wurden reals Szenen gedreht, und Bild für Bild,
wie eine Schablone, abgezeichnet. Darum scheint der Film verschiedene
Zeichenstile zu haben.
Bakshi plante eine Fortsetzung. Da aber der gewünschte Erfolg ausblieb, musste
er das Projekt verwerfen.
Dennoch wurden zwei weiter Filme gedreht, aber ohne der Mitarbeit von Ralph
Bakshi und seinem Team. Die Produzenten Rankin und Bass, die schon für das
“Letzte Einhorn“ verantwortlich waren, schufen gemeinsam mit der japanischen
Firma TMS “Der kleine Hobbit“ und “Die Rückkehr des Königs“ als TV
Zeichentrickfilme. Aber auch hier sollte sich nicht der gewünschte Erfolg
einstellen.
Auszeichnungen:
Nominierungen 1979:
Saturn Award – Best Fantasy Film
Golden Globe – Best Original Score – Motion Picture
Hugo – Best Dramatic Presentation
Gewonnen:
Golden Gryphon – Ralph Bakshi
Tim Burton arbeitet an dem Film als Zeichner. Er wurde nicht bei den Credits
genannt. Es war seine erste Arbeit bei einem Film.
Ein Traum geht in Erfüllung
Peter Jackson hatte schon früh die Idee, den Roman “Der Herr der Ringe“ zu
verfilmen. Dass dies keine einfache Aufgabe wird, war ihm von Anfang an klar.
In den frühen 90er Jahren verfasste er mit seiner Frau, Fran Walsh, den Entwurf
eines Drehbuches. Ursprünglich sollte sich die Handlung auf zwei Filme
aufteilen. So fielen komplette Handlungsstränge raus. “Die Gefährten“ und “Die
Zwei Türme“ sollten in einen Film zusammengefasst werden.
Ursprünglich sollte Miramax die Produktion übernehmen. Doch als denen bewusst
wurde, welche Ausmaße das Projekt annehmen wird, lenkten sie ein und forderten
von Peter Jackson nur einen Film zu drehen. Aber dieser lehnte ab und wandte
sich an New Line.
New Line wollte nicht nur zwei, sondern gleich drei Filme. Daher musste das
gesamte Drehbuch noch mal überarbeitet werden. Peter Jackson holte Philippa
Boyens als Co-Autorin an Bord. Sie und Fran schrieben das Drehbuch, während sich
Peter bereits schon um andere Bereiche der Produktion kümmerte. Während des
Drehs wurde das Drehbuch mehrmals geändert.
Er konnte mit den beiden Tolkien Illustratoren Alan Lee und John Howe namhafte
“Herr der Ringe“ Experten ins Team aufnehmen. Sie fertigten neue Grafiken an,
und vollendeten ihre bestehenden für Peter, da in ihren früheren Arbeiten oft
nur Teilausschnitte eines Gebäudes sichtbar waren. Die beiden Illustratoren
sahen sich die Drehorte an, und begannen dort zu zeichnen.
Manche der Sets wurden in Originalgröße gebaut, wie zB. das Auenland. Andere
waren Miniaturen in verschiedenen Größen.
Besonderen Wert legte Peter auf das Auenland. Hier wurde bereits 1 Jahr vor
Drehbeginn die Kulisse gebaut, Bäume gepflanzt und die Storyboards geprobt.
Die komplette Trilogie wurde in Peters Heimat, Neuseeland, gedreht. Die
Studioaufnahmen fanden hauptsächlich in Wellington statt. Für die Außenaufnahmen
suchte Peter mit seinem Team geeignete Orte in Neuseeland aus.
Für die Spezialeffekte war die Firma WETA Digital verantwortlich. Richard
Taylors Firma arbeitete schon mit Peter Jackson an “Braindead“. WETA war auch
für die Erschaffung der Waffen, Rüstungen Gegenstände und Masken verantwortlich.
Dazu wurden Workshops eingerichtet.
Peter Jackson arbeitete über 7 Jahre an dem Projekt. Die eigentlichen
Dreharbeiten dauerten 14 Monate. Alle drei Filme wurden gleichzeitig realisiert.
Der Hauptdreh begann am 11. Oktober 1999 und endete am 22. Dezember 2000. Bis
zum Sommer 2003 folgten Nachdrehs für veränderte und zusätzliche Szenen.
Der Schnitt gestaltete sich ähnlich schwierig, da die Szenen, anders als bei
Tolkien, chronologisch geordnet werden sollten. In der Vorlage werden die
einzelnen Handlungsstänge separat erzählt, spielen aber gleichzeitig.
Noch dazu steigerte sich mit jedem Film die Anzahl der Shots. So waren es in
Teil 1 nur 540 (ein normaler Film hat ca. 200 Shots), stieg deren Anzahl in Teil
2 auf 799 Shots und Teil 3 toppte das Ganze noch mal mit 1488 Shots.
Für die Kinofassungen mussten die Filme dann noch mal geschnitten werden, da sie
einfach zu lang waren. Fast ein Jahr nach der jeweiligen Kinopremiere erschien
dann eine Special Extendet Edition der Filme, welche die geschnittenen
Filmszenen und sehr umfangreiches Bonusmaterial enthielten.
Die Figuren erwachen zum
Leben
Peter Jackson hatte von Anfang an klare Vorstellungen, wer für welche Rolle in
Frage kommen würde. Es gab nur eine Fehlbesetzung: Aragorn war zu jung besetzt
worden. So wandte Peter sich an Viggo Mortensen, der durch seinen Sohn
umgestimmt werden konnte, als die Dreharbeiten bereits im vollen Gange waren.
Auch Peter Jackson ließ es sich nicht nehmen, in allen drei Filmen einen
Kurzauftritt zu haben.
So spielte Viggo Mortensen Aragorn. Besondere Freude hatte er bei den
Kampfszenen. Er ging nirgends ohne sein Schwert hin.
Vor “Herr der Ringe“ war er in kleineren Rollen in diversen Filmen und Serien zu
sehen. Unter anderem in “Leatherface – TCM 3“. Nach dem Projekt spielte Viggo
Hauptrollen in “Hidalgo“, “A History of Violence“ und “Alatriste“.
Ian McKellen kann auf eine lange Schauspielkarriere zurückblicken. Neben der
X-Men Trilogie wirkte er bei diversen Filmen für Kino und TV mit. Außerdem
verlieh er Zeichentrickfiguren und Computerspielen seine Stimme. Er spielt
Gandalf den Grauen/Weißen im “Herr der Ringe“.
Christopher Lee war der einzige Darsteller aus dem Cast, der Tolkiens Werke
gelesen hatte. Als Fan erfüllte sich auch für ihn ein Traum. Er durfte Saruman
spielen.
Christopher begann bereits in den 40er zu Schauspielern, und wurde vor allem
durch seine Darstellungen als “Dracula“ berühmt. Nach “Herr der Ringe“ spielte
er in “Star Wars Episode 2 und 3“ mit, und verlieh diversen Computerspielen
seine Stimme.
Elijah Wood begann schon im Alter von 8 Jahren seine Schauspielkarriere. Bis zu
seiner Rolle als Frodo spielte er in diversen TV und Kinofilmen mit. Darunter
sind “Forever Young“, “Flipper“, “Deep Impact“ und “The Faculty“. Danach ging
seine Karriere nahtlos weiter. Filme wie “Hooligans“ fogten.
Er durfte als Andenken ein Exemplar des “Einen Ring“ mit nachhause nehmen.
Sean Astin, der die Rolle des Sam bekam, war schon vor dem Projekt als
Schauspieler tätig. Unter anderem spielte er in “Memphis Belle“ mit. Nach “Herr
der Ringe“ spielte Sean in einigen TV Produktionen wie z.B. “24“ und “Monk“ mit.
Der Schotte Billy Boyd bekam die Rolle des Pippin. Er war vor den Dreharbeiten
relativ unbekannt, da er nur in wenigen Produktionen mitgewirkt hatte. Danach
spielte Billy in “Master and Commander“ und andere kleine Rollen. Außerdem
fungierte er als Syncronsprecher.
Ebenso unbekannt war der Merry Darsteller Dominic Mongahan. Er wirkte vor “Herr
der Ringe“ nur in kleineren TV Produktionen mit. Auch im Anschluss an die
Dreharbeiten blieb er dem TV treu und drehte die Serie “Lost“.
Um Einiges bekannter hingegen war Ian Holm. Er konnte bereits auf eine lange
Karriere zurückblicken. Darunter sind neben TV Produktionen auch Filme wie “Das
fünfte Element“ oder “eXistenZ“. Nach “Herr der Ringe“ wirkte Ian weiterhin in
Filmen mit. Einigen Beispiele wären “The Aviator“ oder “Lord of War“.
Ohne Andy Serkins wären die Gollum Aufnahmen sehr schwer umzusetzen gewesen. Er
verlieh ihm auch die Stimme. Zuvor wirkte er bei einigen Filmen für TV und Kino
mit. Nach “Herr der Ringe“ holte ihn Peter Jackson auch für seinen “King Kong“
ins Team.
Andy durfte auch ein Exemplar des Ringes mit nachhause nehmen.
John Rhys Davies litt am meisten unter seiner Maske. Als Gimli saß er Stunden
vor dem Dreh, um sich sein Gesicht mit Latex zukleistern zu lassen. Nach den
Dreharbeiten durfte er die Makse verbrennen. Außerdem verleiht er Baumbart seine
Stimme.
Auch er kann auf eine lange Kino- und TVkarriere zurückblicken. Unter anderem
drehte er “Waxwork“ und “Cyborg Cop“. Auch nach “Herr der Ringe“ wirkte John in
diversen Produktionen mit. Einer seiner letzten Filme war “The Ferryman“
Auch Orlando Bloom war vor “Herr der Ringe“ unbekannt. Er verkörpert hier den
Legolas.
Nach den Dreharbeiten begann seine Karriere. Er wirke unter anderem in “Fluch
der Karibik“, “Troja“ und “Königreich der Himmel“ mit.
Liv Tyler, Arwen, hatte schon vor dem Projekt einige Rollen wie z.B. in
“Armageddon“, für den ihr Vater die Filmmusik lieferte. Sie protestierte, als
sie die Kussszene am Ende von “Die Rückkehr des Königs“ mit einem Aragorn Double
drehen musste. Und so kam Viggo noch mal zum Set.
Hugo Weaving, der schon aus “Matrix“ bekannt war, spielte Arwens Vater Elrond.
Danach wirkte er an den anderen “Matrix“ Filmen und “V wie Vendetta“ mit.
Cate Blanchett, die Galadriel verkörpern durfte, spielte zuvor schon in einigen
Filmen wie “Elisabeth“ oder “The Gift“ mit. In letzter Zeit war sie in “Babel“
zu sehen.
Bernhard Hill wirkte zuvor in vielen TV Produktionen mit. Im “Herrn der Ringe“
verkörpert er König Theoden. Im Anschluss daran spielte er wieder TV Rollen,
aber auch ein paar Filme, wie “Gothica“.
Brad Dourif verkörpert Grima Schlangenzunge, der König Thedens Gedanken
vergiftet. Er kann auf eine lange Schauspielkarriere zurückblicken. Er wirkte
auch in “Blue Velvet“ und “Mississippi Burning“ mit. Nach dem Dreh zu “Herr der
Ringe“ wirkte er wieder in TV Produktionen mit. Außerdem verlieh er “Chucky“
seine Stimme in Teil 5.
Miranda Ott, die Éowyn, wirkte vor und nach den Dreharbeiten in einigen kleinen
TV Produktionen und Filmen mit. Unter anderem in “The 13th Floor“.
Der Neuseelänger Karl Urban durfte Éomer verkörpern. Auch er war nicht ganz
unbekannt, doch seine Karriere begann erst richtig mit “Herr der Ringe“. Danach
drehte er unter anderem “Doom“, “Die Bourne Verschwörung“ und “Pathfinder“.
Sean Bean, ebenfalls ein erfahrener Schauspieler verkörperte Boromir, der Frodo
den Ring streitig machen will. Zuletzt sah man ihn in “Silent Hill“ und “The
Hitcher“.
David Wenham, Faramir, war auch größtenteils aus dem TV bekannt. Nach der
Produktion spielte er in “Van Helsing“ und “300“ mit.
John Noble, Denethor, war ebenfalls aus dem TV bekannt. Vereinzelt dreht er auch
Filme wie “Running Scared“. Ebenso wirkte er nach “Herr der Ringe“ in “Stargate
SG 1“ und “24“ mit.
Auszeichnungen
Neben vielen Preisen gewann die “Herr der Ringe“ Reihe auch die begehrten
Oscars.
“Die Gefährten“ 2002
Beste Filmmusik
Beste Visuelle Effekte
Beste Kamera
Bestes Make-up
“Die Zwei Türme“ 2003
Bester Tonschnitt
Beste Visuelle Effekte
“Die Rückkehr des Königs“ 2004
Bester Film
Beste Ausstattung
Beste Kostüme
Beste Regie
Bester Schnitt
Bestes MakeUp
Beste Musik (Score)
Bester Filmsong: Into the West
Bester Ton
Beste Visuelle Effekte
Bestes adaptiertes Drehbuch
Somit gewann Teil 3 in allen Kategorien, in welchen er nominiert war, und als
erster Fantasyfilm den Preis des Besten Films. Mit seinen 11 Oskars reiht er
sich neben “Ben Hur“ und “Titanic“ ein.
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